Nach China mit Lufthansa

Meine Flugempfehlung Lufthansa

In den letzten Jahren bin ich ja fast immer mit Air China nach China geflogen. Damit war ich auch ganz zufrieden (mehr). Bei meiner Reise 2017 habe ich dann die Lufthansa gebucht. Die Flüge waren preislich gut und an den gewünschten Terminen gut buchbar. Natürlich spielte es auch eine Rolle, dass ich von Hamburg aus fliegen konnte. Das Umsteigen in Frankfurt war kein Problem für mich. Man hat sich als Hamburger schon fast daran gewöhnt, dass die meisten Übersee-Ziele nur mit Umsteigen erreicht werden können.Lufthansa in Frankfurt

Einchecken und Gepäckaufgabe

Ich hätte mir gerne frühzeitig meinen Sitzplatz reserviert. Denn es hat sich herausgestellt, dass ich ganz bestimmte Sitzplätze bevorzuge: Ganz hinten, möglichst ohne jemanden hinter mir. Dann habe ich niemanden, der an meiner Rückenlehne rumzuppelt oder gar dagegen tritt. Ich muss mir auch keine unsinnigen Unterhaltungen anhören. Aber die Platzreservierung ist bei der Lufthansa wie bei den meisten Fluggesellschaften mittlerweile mit Kosten verbunden. Dazu war ich zu geizig. Erst beim Online-Checkin bzw. 24 Stunden vor Abflug kann man sich kostenlos Sitzplätze reservieren. Also hieß es abwarten und hoffen, dass es klappt!

Mein lieber Kollege aus der Flugabteilung machte mich darauf aufmerksam, dass die Langstrecke mit dem riesigen A380 zurückgelegt werden würde. Da gibt es ein Oberdeck. Neben der Premium-Economy Class, der Business und der First Class gibt es auch ein kleines Abteil für ganz normale Economy. Er wollte für mich die entsprechenden Sitzplätze für Hin- und Rückflug reservieren: Oberdeck hinten rechts am Fenster.

Anscheinend sind diese Plätze gar nicht so beliebt. Ich bekam meinen gewünschten Sitzplatz!

Eine andere Sache, die ich aus (beruflichem) Interesse mal ausprobieren wollte, war vorbestelltes Essen. Wie läuft das ab, wenn ich vegetarisches Essen haben möchte? Wie schmeckt das Essen? Also bestellte ich OVML: Oriental Vegetarian Meal. Ich war gespannt!

Dann noch die Bordkarte ausgedruckt und es konnte losgehen! Am Flughafen Hamburg wies man mich gleich zu den automatisierten Gepäckaufgabestellen. Oha! Bis ich da wieder herausgefunden hatte, wie ich den Code von der Bordkarte auf den Scanner legen sollte! Und dann stand schon jemand neben mir und meinte, dass durch die vielen kleinen Aufkleber von früheren Flügen das Risiko bestand, dass der Computer verwirrt wird und mein Gepäck ganz woanders landet als in Peking. Ich sollte den Koffer am Schalter aufgeben. Hmm, da standen lange Schlangen. Also machte ich mich daran, alle Papierchen abzuknibbeln. Endlich sauber und frei wurde mein Koffer gnädig vom Automaten aufgenommen. Mit dem richtigen Zielort auf dem Gepäckstreifen. Na, also konnte es los gehen!

Flughafen Hamburg

Flughafen Hamburg

Lufthansa Hamburg – Frankfurt

Für den kurzen Flug nach Frankfurt hatte ich auch eine Platzreservierung. Doch diese wurde beim Boarding kurzfristig geändert. Denn ich hatte wohl irrtümlich einen Platz in der Business-Class. Alles kein Problem!

Bei diesen kurzen Flügen in Deutschland serviert die Lufthansa einen Müsli-Riegel oder Gebäck. Es gibt kostenfreien Kaffee und andere Getränke. Für mich wäre das nicht notwendig gewesen. Doch der Kaffee war gut. Den hatte ich kaum ausgetrunken, als ich schon in Frankfurt landete.

Frankfurt: Umsteigen von Innerdeutsch auf einen Flug nach China

Für das Umsteigen in Frankfurt sollte man gut zu Fuß sein. Die Flüge aus Deutschland kommen in der Regel am Bereich A an. Flüge nach China (sowohl von Air China als auch Lufthansa) starten im Bereich Z. Dazwischen endlose Gänge, viel Duty Free, ein paar Restaurants.

Als ich endlich am Terminal Z angekommen war, hatte ich gerade noch Zeit für ein Bier bevor das Boarding begann.

Flughafen Frankfurt - Ich gönne mir ein Bier

Warten auf das Boarding in Frankfurt

Lufthansa Frankfurt – Peking im A380

Der Flieger war voll. Jedenfalls gab es in der Economy keinen freien Platz zu sehen. Ich zog durch das Untergeschoss bis ganz nach hinten. Dort ist die Wendeltreppe, die nach oben führt für die Economy-Gäste. Business und First-Class-Gäste haben einen separaten Zugang direkt vom Gate zum Flieger.

Lufthansa Oberdeck

Das Gepäckfach rechts von meinem Sitz

Mein Platz war ein Traum! Da das Oberdeck etwas schmaler ist als der dicke Flugzeugkörper ist im Oberdeck die Bestuhlung 2 – 4 – 2. Die leichte Schräge der Wand gibt außerdem Platz für Stauraum her. So hatte ich rechts ein Fach, in dem ich meine Tasche versenken konnte. Also kein lästiges unterm Sitz Wühlen, wenn man was braucht! Oder gar aufstehen und im Gepäckfach oben kramen! Der Sitzabstand war auch für meine 1,78m völlig ausreichend. In der Breite bot mir die Schräge zusätzlichen Platz. Aber damit habe ich sowieso kein Problem.

Zufrieden setzte ich mich. Das Abteil füllte sich und schließlich saßen alle und der Flieger konnte abheben.

Lufthansa hat unbestreitbar gewisse Vorteile! Hier hat man noch das Gefühl, dass Fliegen doch etwas anderes ist als Busfahren!

Man bekommt vor dem Essen ein heißes feuchtes Tuch gereicht, um sich zu erfrischen. Man wird gut versorgt mit Essen, Snacks und Getränken. Ich gönnte mir zum Auftakt einen Sekt und bekam ohne großes Aufheben nachgeschenkt.

Im Gegensatz zur Air China wurden alle Durchsagen in Deutsch, Englisch und Chinesisch gemacht. (Bei Air China fehlte das Deutsch),

Auch das Unterhaltungsprogramm ist umfangreich. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Leider funktionierte auf dem Hinflug mein Lieblingsprogramm nicht: Das Anzeigen der Position, der Uhrzeit und der Geschwindigkeit des Flugs. Schade! Zum Unterhaltungsprogramm von  Lufthansa

Essen an Bord

Ich hatte Oriental Vegetarian Meal bestellt. Auf dem Hinflug war das einwandfrei: Reis und indisches Curry. Supergut gewürzt! Die Chapattis mit Kichererbsen zum Frühstück waren ok. Da hätte ich ja lieber das Rührei gehabt. Egal! Ich war glücklich mit dem Essen. Auch die Stewardess schwärmte davon.

Auf dem Rückflug war es nicht ganz so toll. Es gab ein chinesisches Gericht mit Tofu, das nicht besonders gut gewürzt war. Aber es ließ sich essen. Als Zwischenmahlzeit bekam ich einen Apfel, während die Gäste mit normalem Essen ein Stück Marmorkuchen essen durften. Ich wurde allerdings von der Stewardess dann auch gefragt, ob ich Marmorkuchen “essen dürfe”. Ob sie da etwas verwechselt hatte? Schließlich hatte ich ja nicht “vegan” bestellt. Ich durfte und biss herzhaft in den Kuchen!

Für die anderen Passagiere gab es jeweils die Auswahl zwischen Huhn und Rind. Das Essen sah alles sehr gut aus.

5 Sterne für Lufthansa
Skytrax bewertet im kostenpflichtigen Prüfverfahren bis zu 800 Bereiche im Service in der Luft und am Boden – darunter etwa Bordservice, Sitzkomfort, Catering, Sicherheitsmaßnahmen, Inflight Entertainement oder Duty-free-Angebote. Bislang gab es weltweit neun Fünf-Sterne-Airlines, die alle aus dem asiatischen Raum und dem Nahen Osten kommen, darunter Qatar Airways, Singapore Airlines, Cathay Pacific Airways, ANA All Nippon Airways und Etihad Airways. Quelle: Spiegel.de

Der Rückflug

Dank meinem Kollegen hatte ich auch auf dem Rückflug den gewünschten Platz im Oberdeck. Der Flug war gut, ein wenig ruckelig durch Turbulenzen. Das Chaos begann nach der pünktlichen Landung in Frankfurt.

Chaos in Frankfurt

Mit der letzten Durchsage an Bord wurden wir Passagiere darauf aufmerksam gemacht, dass einige Anschlussflüge gestrichen worden seien. Mit leichtem Entsetzen vernahm ich, dass auch mein Flug nach Hamburg gestrichen war.

Nach dem Aussteigen wurden wir von freundlichen Menschen informiert, wie wir uns zu verhalten hätten, wenn wir von den Flugstreichungen betroffen wären: Zum nächsten Lufthansa Service Schalter gehen und dort weitere Informationen einholen.

Diese Schalter waren natürlich in Halle A: Also hieß es wieder endlose Wege gehen. Denn natürlich war unser Flieger am Bereich Z angedockt.

Endlose Wege! Nach dem anstrengenden Flug. Wenigsten hatte ich so ein wenig Bewegung. Dann endlose Schlangen, die durch den halben Flughafen reichten. Frustriert und müde reihte ich mich ein. Es dauerte ungefähr eine Stunde, bis ich endlich an der Reihe war. Es war mittlerweile 20:00 Uhr.

Nein, umbuchen würde man heute nicht mehr! Es gibt nur noch Hotelvoucher. Das war die Auskunft, die ich bekam. Ich hatte Zeit genug gehabt, mir zu überlegen, was ich machen soll. Auf eine späte nächtliche Bahnfahrt nach Hamburg hatte ich wirklich keine Lust. Also Hotel! Ohne Gepäck, auch ohne Zahnbürste, ging es mit dem Taxi zum Hotel. Die Dame am Schalter hatte mir davon abgeraten, meinen Koffer zu holen. Das würde noch mal 2 Stunden warten dauern!

Das Hotel lag ca. 1 Stunde Fahrt vom Flughafen entfernt und hätte normal fast 60,- € für das Taxi gekostet, wenn ich nicht den Gutschein bekommen hätte. Ich schaute während der Fahrt verwundert auf die paar Zentimeter Schnee, denn diese sollten der Grund für die Flugstreichungen gewesen sein. Wie ich später in der Zeitung las, sollen rund 250 Flüge gestrichen worden sein. Angeblich, weil nicht genügend Enteisungsmittel vorhanden war. Achne!

Das Hotel war einfach, aber ok. Das WLan funktionierte nicht ganz so gut wie in den Hotels in China, wie ich schnell bemerkte. Hunderte gestrandete Fluggäste waren hier untergebracht. Es gab auch noch ein Abendessen und eine Zahnbürste vom Hotel.

Ich trank ein Bier, rief meine Schwester an, dass ich erst am Montag Abend wieder komme, und meldete mich per Email bei meiner Arbeitsstelle ab.

Dann fiel ich ins Bett und schlief. Der nächste Morgen begann mit einem schönen Frühstücksbuffet. Dann mit dem Taxi zurück zum  Flughafen. Wieder eine Stunde Schlange stehen, bis ich endlich meine Umbuchung hatte! Die Maschinen flogen wieder. Ich bekam den Flug um 12:00 Uhr nach Hamburg. Dort herrschte bester Sonnenschein. Mein Sofa war mein erstes Ziel. Ausschlafen!

Fazit:

Gerne fliege ich wieder mit Lufthansa. Aber am besten, wenn es nicht schneit. Die 5 Sterne von Skytrax für Lufthansa finde ich berechtigt.

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