Das Peking Polizeimuseum

Das Peking Polizeimuseum wird nur von wenigen westlichen Touristen besucht. Doch es ist ein sehr sehenswertes Museum, das viele interessante Aspekte der chinesischen Geschichte beleuchtet. Von alten Ausweisen und Geschichten früher Verbrecher bis zu modernen Waffen gibt es einiges zu entdecken.Peking Polizeimuseum - Pistolen

Das Peking Polizeimuseum 2017

Ein Sonntag im November in Peking. Mich haben die Massen, die das Nationalmuseum und den Platz des Himmlischen Friedens besuchen, ziemlich überrascht. Was machen die alle hier? Es ist doch Nebensaison! Kein Feiertag! Wie mag das in der Hochsaison aussehen?

Ich schlendere im Nationalmuseum von Vitrine zu Vitrine. Ohja! Das ist beeindruckend! Ich warte auch brav, wenn ich an die tollen Artefakte näher ran will. Erschöpfung breitet sich in mir aus. Vielleicht ist es ja auch der Jetlag. Den Besuch der Verbotenen Stadt streiche ich von meiner ToDo-Liste. Was mache ich nun?

Dann sehe ich es! Ich gehe gerade auf die Treppen zu, als ich einen Blick durch ein großes Fenster hinaus werfen kann. Ein großes repräsentatives Gebäude sehe ich. Und ein Schild: “Beijing Police Museum”. Hui!  Das ist doch was! Das besuchen sicherlich nicht ganz so viele Menschen. Ich habe ein Ziel!

Polizeimuseum Peking

Durch diese geheimisvolle Tür muss ich durch

Die Suche nach dem Museum gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Denn das Gebäude, an dem das Schild hängt, ist nicht das Museum sondern das Ministerium für öffentliche Sicherheit. Alle Eingänge sind bewacht von schwer bewaffneten Soldaten. Als ich mich nähere, um nach dem Museum zu fragen, reagiert einer etwas nervös. Er ist sichtlich erleichtert, als ich in auf Chinesisch nach dem Museum frage. “An der nächsten Kreuzung rechts!” gibt er bereitwillig Auskunft, nachdem er merkt, dass ich nicht das Nationalmuseum meine.

Ich muss noch ein wenig suchen, denn hier gibt es keine englischen Wegweiser oder Beschriftungen. Dann finde ich es in einem der alten Gebäude, die noch aus der Zeit stammen, als hier das Legationsviertel war, wo die ausländischen Gesandten Anfang des 20. Jahrhunderts wohnten.

Die Ausstellung

In der Eingangshalle gegrüßt den Besucher die neuere Geschichte. Da gibt es die Kanone, mit der die Gründung der Volksrepublik Chinas 1949 begrüßt wurde.

Die Räume sind ein krasser Gegensatz zu den weiten, hellen und modernen Hallen des Nationalmuseums. Dunkel und eng wirken die Räume der alten Villa. Angemessen an die düsteren Relikte der Vergangenheit.

Schon vor 2.000 Jahren hat es anscheinend Polizei gegeben. Manche Schaustücke zeugen von Schutz vor Einbrechern und Überfällen.

Antiker Ziegel mit “Stacheln”, die Einbrecher den Einstieg übers Dach erschwerten

In vielen Vitrinen geht es um Waffen, antike und moderne. Wenn es funktioniert, kann man selbst mit Laserpistolen schießen. Heute funktioniert es nicht.

Mich hat sehr beeindruckt, was hier alles unter “Polizei” gezeigt wird. So gehört auch eine Ausstellung über die Geschichte der Feuerwehr dazu. Ein Bereich ist auch der Public Security gewidmet, also u.a. auch der Verwaltung wie Ausstellung der Ausweise und Registrierung der Einwohner. Oder die Ausstellung der Verkehrspolizei, die auch eine große Vitrine mit Pekinger Nummernschildern im Laufe der Zeit enthält.

Viele antike und neue Polizeifahrzeuge werden gezeigt, meistens als Modelle. Alles sehr interessant und beeindruckend. Eine alte Knastzelle kann man auch sehen. Von der Ausstellung zur Folter hatte ich mir mehr Grusel erwartet.

Ein Raum ist den Polizeiuniformen gewidmet. So kann man schauen, wie die Polizisten auch der Vergangenheit ausgesehen haben. Und welche Uniformen die verschiedenen Abteilungen tragen.

Puyi, der letzte Kaiser von China als Privatmann

Puyi, der letzte Kaiser von China als Privatmann

In einer Vitrine begegne ich dem wohl berühmtesten Gefangenen, dem letzten Kaiser von China Puyi. Der hatte zum Schluss eine ganz normale Wohnerlaubnis (Hukou) in Peking.

Fazit:

Mir hat das Museum gut gefallen. Wer etwas Besonderes abseits der Touristenmassen sucht, der sollte sich das Polizeimuseum ansehen! Es gibt Einsichten, die über die üblichen schönen Kunstwerke des kaiserlichen Chinas hinaus gehen.

An diesem Sonntag waren viele Väter mit ihren Kindern zu Besuch.

Infos (Stand Februar 2018)

The Beijing Police Museum 北京警察博物馆  Beijing jǐngchá bówùguǎn

36 Dongjiamin Xiang
Dongcheng District
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9:00 – 16:00 Uhr
Eintritt: 5 RMB
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Büro der Einwohnermeldestelle, wo man seine Wohnberechtigung für Peking abholen konnte (Hukou)

Hukou von Puyi, dem letzten Kaiser von China

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