Das chinesische Nationalmuseum in Peking

Das Chinesische Nationalmuseum

中国国家博物馆 Zhōngguó Guójiā Bówùguan

Das Chinesische Nationalmuseum befindet sich in einem beeindruckenden Gebäude auf der Ost-Seite des Platzes des Himmlischen Friedens Tian’anmen. Mit seiner pompösen Architektur soll das Museum ein Gegengewicht zum Nationalkongress auf der anderen Seite sein. So wird die Harmonie des Platzes gewahrt.

Ich bin schon oft in diesem Museum gewesen und war jedesmal sehr beeindruckt von den bedeutendsten Werken und Errungenschaften Chinas, die hier ausgestellt werden. Schon 1988, als die Ausstellungsräume des Museums noch dunkel waren und vieles kaum beschriftet und erklärt war, war für mich der Besuch ein überwältigendes Erlebnis.

Das Chinesische Nationalmuseum hat in seiner heutigen Form einen deutlichen Bezug zu Hamburg! Es wurde zuletzt bis 2011 umgebaut. Die Erweiterung und Umgestaltung erfolgte durch das Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner. Das Haus ist mit einer Gesamtfläche von knapp 195 000 m² das weltweit größte Museumsgebäude.

Von außen scheint sich in all den Jahren nichts verändert zu haben.

Das Chinesische Nationalmuseum 1993

1993 Das Chinesische Nationalmuseum mit Fahnen geschmückt anlässlich des Nationalfeiertages

Das Chinesische Nationalmuseum 2015

Das Chinesische Nationalmuseum 2015

Das Chinesische Nationalmuseum 2017

Vom Aussehen hat sich nicht viel geändert. Unübersehbar war allerdings die Sorge um die Sicherheit. Schon auf den Platz des Himmlischen Friedens kommt man nur durch sorgfältige Sicherheitsprüfungen.

Sicherheitskontrolle beim Platz des Himmlischen Friedens 2017

Und die  Menschenmassen waren unglaublich!

Schlange stehen am Nationalmuseum

Schlange am Nationalmuseum

Wenn man es dann endlich bis auf den Platz des Himmlischen Friedens geschafft hat, kommt gleich die nächste Schlange. Unter den strengen Augen von einige Soldaten wartet man noch mal rund eine Stunde, bis man im Innenhof des Museums ist. Mag sein, dass es daran lag, dass es ein Sonntag war. Aber es war ein Sonntag im November! Also völlig außerhalb der Saison.

Als Ausländer sollte man sich im Hof dann gleich in die richtige Schlange einreihen. Links können sich die Einheimischen nämlich mit ihrem Ausweis eine Eintrittskarte am Automaten ziehen. Diese Automaten erkennen einen ausländischen Reisepass nicht. Deshalb sollte man sich nach rechts wenden, wo es Schalter gibt, an denen freundlichen Menschen gegen Vorlage des Reisepasses die Eintrittskarte überreichen. Wohlgemerkt: Der Eintritt ist frei! Aber die Anzahl der Besucher ist auf 3.000 gleichzeitig limitiert.

Wenn man dann sein Ticket hat, muss man nochmal anstehen, um ins eigentliche Museum zu gelangen. Denn hier gibt es noch einmal strenge Sicherheitskontrollen. Taschen und Rucksäcke werden durchleuchtet, freundlichen Beamte machen einen kurzen Körpercheck. In großen Kisten kann man sich davon überzeugen, dass die Kontrollen effektiv sind: Dort häufen sich vor allem die Einwegfeuerzeuge, die man nicht mit hineinnehmen darf. Letztendlich ist im Museum alles verboten, was man auch nicht ins Flugzeug nehmen darf.

Der Besuch

Man hat es endlich geschafft! Und steht in einer eindrucksvollen Halle!Das chinesische Nationalmuseum - Eingangshalle

Es herrscht ein ziemliches Gewusel. Die Orientierung ist schwierig, weil es wenig Englisch sprachige Hinweise gibt. Das Museum ist grob gesagt in zwei Teile aufgeteilt. Wenn man reinkommt, befindet sich die Südgallerie rechts und die Nordgallerie links, jeweils mit einem eigenen pompösen Treppenhaus.

Im Süden findet man die großen Ausstellungen zur Kunstgeschichte Chinas mit den schönsten Kunstwerken aus ganz China: Bronze, Jade, Porzellan, Gold und Silber, Malerei und mehr.

Der Norden ist der jüngeren Geschichte Chinas gewidmet. Dort findet man Dokumente und Andenken an die Mao-Zeit und mehr.

Ich persönlich bin ja mehr an der alten Geschichte interessiert. Immer wieder beeindruckt mich die Schönheit des alten Porzellans und vor allem die tollen Figuren aus der Tang-Zeit.Terrakotta-Kriegr im Nationalmuseum Peking

Als ich 2017 das Museum besuchte, gab es eine Ausstellung, die die größten Meisterwerke aus der chinesischen Geschichte zeigte. Gleich im Eingangsbereich  der Ausstellung begrüßten mich originale Figuren der Terrakotta-Armee. Ganz besonders hat mich auch diese wunderbare Pferdefigur aus der frühen Tang-Zeit angesprochen. Pferdefigur

Das lange Anstehen hat sich wirklich gelohnt! Auch die wechselnden Ausstellungen sind immer sehr interessant. So kann es auch nicht passieren, dass man immer das gleiche sieht. Für manche Sonderausstellungen muss man vor Ort Extra-Eintritt zahlen.

Man kann hier wirklich die tollsten Artefakte sehen! Seien es Masken aus Sanxingdui (mehr), riesige Bronzekessel wie die aus Anyang (mehr) oder kostbare Jade.

Infos (Stand März 2018)
Ticket Price Free for basic exhibitions and permanent galleries; visitors need to pay for some special exhibitions.

Notes: 3,000 visitors permitted every day, including 2/3 group visitors and 1/3 individual visitors.

Open Hours 9:00 to 17:00, closed on Monday (Tickets issued until 15:30; Last entry at 16:00)

Reservation Call 010-65116400 for group reservation (9:00-16:00) Individual visitors can go to the museum’s ticket center at the West Entrance, showing their passport for an admission ticket.

Travelchinaguide.com

Zur Webseite des Chinesischen Nationalmuseum: mehr

Fazit:

Ich kann den Besuch des Nationalmuseums sehr empfehlen. Man muss nur darauf vorbereitet sein, dass es anstrengend wird.

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