Jing’an Tempel in Shanghai

Jing’an-Tempel  静安寺 „Tempel der Stille und des Friedens“

Der Jing’an Tempel ist einer der drei berühmtesten und bedeutendsten buddhistischen Tempel in Shanghai. Bei Touristen sind der Jade-Buddha-Tempel und der Longhua-Tempel bekannter. Doch der Jing’an Tempel ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wie ich auf meiner China-Reise 2017 feststellen konnte.Jing'an Tempel Mahavira Halle und Hof

Jing’an Tempel

Tempel des Friedens und der Stille

Von Stille und Frieden war bei meinem Besuch an einem Samstag Anfang Dezember nichts zu verspüren. Die Hochhäuser der Metropole Shanghai sind dicht an den Tempel herangerückt. Das ganze Viertel rund um den Tempel vibriert voller Leben. Shoppingmalls und lebhafte dicht befahrene Straßen. Die U-Bahn-Station “Jing’an Temple” liegt direkt neben dem Tempeltor. Das war auch einer der Gründe, warum ich mir diesen Tempel angesehen habe: Er ist sehr einfach zu erreichen.

Also raus aus der U-Bahn und direkt in den Tempel! Ich war anscheinend an einem Tag dort, an dem kein Eintrittsgeld erhoben wird. Außerdem war Samstag. Wahrscheinlich war es deshalb so voll in dem Tempel. Aber mir hat das gefallen. Einen lebendigen Tempel, der hauptsächlich von Gläubigen besucht wird, ist immer eine besondere Erfahrung!Jing'an Tempel Hof

Jing'an Tempel
Der Tempel wurde ursprünglich im Jahr 247 n.Chr., zur Zeit der Wu-Dynastie, am Suzhou-Fluss erbaut und trug zu dieser Zeit noch den Namen Chongyuan-Tempel. Er musste aufgrund von immer wieder auftretenden Überschwemmungen während der Song-Dynastie (960–1279 n.Chr.) im Jahr 1216 an den heutigen Standort in der Nanjing Road verlegt werden. Während der Kulturrevolution wurde der Tempel als Kunststofffabrik genutzt. Im Jahr 1972 brannte er komplett nieder und wurde ab 1983 wieder schrittweise aufgebaut. Die letzten umfangreichen Renovierungsarbeiten fanden im Jahr 2004 statt. (Wikipedia)

Der Tempel ist also neu. Im Gegensatz zu vielen traditionellen Tempeln erstrecken sich die Hallen und Gebäude des Jing’an Tempels nicht über mehrere Höfe. Der Platz ist beschränkt. Durch das Tor gelangt man in den großen zentralen Hof. Hier stehen zwei riesige Bronzebecken, in denen Räucherstäbchen und Kerzen angezündet werden können. Am Rande des Hofes gibt es kleine Läden, in denen man die entsprechenden Dinge kaufen kann. Der Hof scheint in einem Nebel des Opferrauches zu verschwinden.Jade Buddha

Zentrum und Highlight ist die Mahavira Halle. Eine steile Treppe führt hinauf in das Allerheiligste, wo die größte Buddha-Statue aus Myanmar-Jade in China gezeigt wird. Die Statue des sitzenden Sakyamuni ist fast 4 Meter hoch. Das ist schon sehr erstaunlich, hatte ich doch bislang gedacht, dass der Jadebuddha-Tempel die beeindruckendste Statue der Stadt besitzt.

Man kann um die Halle herumgehen und in den Räumen an der Seite und im hinteren Bereich allerlei Erstaunliches entdecken: Manche der Räume sind für spezielle Opfer- und Gedenkrituale bestimmt. Hier kann man seiner Verstorbenen gedenken und durch die Mönche segnen lassen. In einem mehrstöckigen Gebäude wohnen die Mönche. Eine Küche bietet den Gläubigen und Mönchen einfache Mahlzeiten. Einige Räume sind prachtvoll geschmückte Gebetshallen. Ich habe sogar einen Computerraum gesehen. Auf mehreren Bildschirmen überwachten Mönche die Besucherströme und passten wohl auf, dass niemand Schaden anrichtet. Dort durfte ich leider nicht fotografieren.

Ach, es war herrlich, sich mit den Strömen von Gläubigen treiben zu lassen, die fremden Gerüche und Geräusche aufzunehmen und auch selbst mal vor einer Buddha-Statue niederzuknieen!

Infos (Stand April 2018):

Entrance Fee:CNY50 (Free on the 1st and 15th days of each lunar month except the first; CNY100 from the 1st to 15th days in the first lunar month); CNY 2 per small bunch of incense
Opening Hours:07:30 -17:00 (04:30 to 17:00 during the incense period, which usually refers to the 1st and 15th days of each lunar month)

Tabelle laut travelchinaguide.com

Ein buddhistischer Aufzug

Jing'an Tempel

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