Der Essener Domschatz

Ich habe einen Schatz gefunden! Eigentlich völlig unerwartet gibt es in der Ruhrpott-Stadt Essen einen wirklichen Schatz. Den Essener Domschatz. Hier möchte ich auch gerne den Begriff “Geheimtipp” verwenden. Denn kaum einer weiß von dieser bedeutenden Sehenswürdigkeit mitten in der Innenstadt.

Der Essener Dom

Der Essener Dom, rechts der Zugang zum Domschatz

Der Essener Dom

Ich wusste selbst bis vor Kurzem nicht, dass Essen einen Dom hat. Die Ursprünge des Gotteshauses reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Doch die meisten alten noch stehenden Mauern stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Also aus der Hochgotik.

Die erste Kirche war ein Frauenstift, ein Kloster für adlige Frauen. Die Blütezeit war im 11. und 12. Jahrhundert. Erst zu dieser Zeit entwickelte sich ein Dorf rund um die Kirche, das Essener Münster. Aus diesem Dorf entstand die Stadt Essen. Im 13. Jahrhundert brannte das Stift ab. Daraufhin wurde es im gotischen Stil neu gebaut.

Siebenarmiger Leuchter aus dem 11. Jahrhundert - Essen Dom

Siebenarmiger Leuchter aus dem 11. Jahrhundert

Auch als Essen im 16. Jahrhundert protestantisch wurde, blieb das Frauenstift katholisch. Die Äbtistinnen waren während all dieser Jahrhunderte Herrinnen der Stadt Essen und besaßen umfangreiche Ländereien. Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zur endgültigen Säkularisierung, also  dem Bedeutungsverlust der Religion im Zug der Aufklärung. Das Kloster wurde aufgelöst, die Kirche war nun eine einfache Pfarrkirche (St. Johann).

Während des 2. Weltkrieges zerstörten gewaltige Bombenangriffe im März 1943 große Teile der Kirche. Das Dach und vor allem alle alten Fenster waren verloren. Danach wurde die Kirche mühsam wiederaufgebaut. Erst  1958 wurde die Kirche zum Bischofssitz erhoben und heißt seitdem Essener Dom.

Nur wenig erinnert heute an die alte bedeutende gotische Stiftskirche. Doch eines hat man erhalten: Den Essener Domschatz

Kostbarkeiten aus dem Mittelalter: Der Essener Domschatz

Eigentlich sollte es ja gar nicht “Essener Domschatz” heißen, denn die Schätze stammen aus Zeiten, als die Stiftskirche gar kein Dom war. Aber heute ist sie Dom und daher die Bezeichnung.

Die überaus prachtvollen Kunstwerke aus dem 10. und 11. Jahrhundert sind beredte Zeugen vom Reichtum des Frauenstiftes.

Essener Domschatz

Reliquienkreuse aus dem 11, Jahrhundert

Die Reliquiare, liturgischen Geräte, Skulpturen und mehr sind aus edelsten Materialien wie Gold, Silber und Edelsteinen hergestellt. Ein Funkeln und Glitzern überall! Mein Lieblingsraum war der mit den Exponaten aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Faszinierend, was für prachtvolle Stücke dort zu sehen sind! Welch eine Kunstfertigkeit!

Der Domschatz wurde von Anfang an in einer speziellen Schatzkammer gesammelt. In unruhigen Zeiten wie u.a, zur Zeit der Säkularisation 1803/04 wurde der Schatz vorsichtshalber ausgelagert. Es gelang auch, alle Versuche, ihn aufzuteilen, zu verhindern. Selbst den 2, Weltkrieg, der mehrere Auslagerungen und viele Transporte mit sich brachte, überstand der Essener Domschatz weitestgehend unbeschadet.

Hier möchte ich Euch einige Lieblingsstücke vorstellen:

Armreliqiar aus 11. Jahrhundert

Armreliqiar aus 11. Jahrhundert

Dieser silberne Arm enthält Reliquien des Heiligen Basilius. Ic muss beim diesem Anblick an eine Geschichte denken, die mir mal ein Museumsdirektor erzählt hat: Als er ein solches Armreliquiar für eine Ausstellung im Handgepäck im Flugzeug mitnehmen wollte, bekam er trotz aller gültiger Papiere Probleme mit der Security. Erst als er kurzerhand das Kunstwerk zu einer Prothese erklärte, konnte er durch.Kreuz

Paxtafen 18. Jh.

Diese Paxtafeln enthalten winzige Reliquien. Das Glas ermöglichte den Gläubigen sie zu küssen, ohne sie zu beschädigen..

Essener Krone 11. Jh.

Infos (Stand Juni 2018)
Öffnungszeiten: Di – So 11:00 – 17:00 Uhr

Eintrittspreis: € 4,- p.P.

Zur Webseite des Museums: http://www.domschatz-essen.de/

Fazit: Unbedingt sehenswert!!!

 

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