China Visum – Beantragung, Einreise und mehr

Für die Einreise nach China benötigen deutsche Staatsangehörige zwingend ein Visum. Das Visum zu beantragen und zu erhalten ist nicht ganz einfach.

Visa für China beantragt man übrigens nicht über die Konsulate, sondern über speziell dafür eingerichtete Visa-Center:
Berlin
Hamburg
Frankfurt und Düsseldorf
MünchenDas China Visum

Fakten über die Besorgung eines Touristenvisums:

Für die Beantragung eines Touristenvisums für die VR China benötigst Du:

  • Visaantrag, ausgefüllt und unterschrieben
  • 1 Passfoto
  • Reisepass, noch 6 Monate gültig
  • Bestätigte Ein- und Ausreise (Flugticket)
  • Bestätigte Hotelbuchungen für die gesamte Reisedauer
  • neuerdings: Einwilligung in die Datenübermittlung (das Formular dazu gibt es auf der Internetseite des Service Centers)

Das Visum für China kann man frühestens 3 Monate vor Einreise beantragen. Man muss es persönlich im Visa-Center beantragen oder über eine professionelle Agentur. Bei Familien und gemeinsam Reisenden reicht auch eine beauftragte Person, die alle Unterlagen einreicht.

Für Kinder, die nicht mit ihren beiden Eltern reisen (z.B. Schüleraustausch), wird zusätzlich eine schriftliche Erlaubnis der Eltern verlangt.

Übrigens: In dem Visaantrag werden auch so Sachen wie die Personalausweisnummer abgefragt. Verschwendet keine Zeit und Gedanken mit dem Warum! Schreibt sie einfach rein! Und wer “ja” ankreuzt bei der Frage, ob er eine schwere Geisteskrankheit hat, der darf sich nicht wundern, wenn das Visum abgelehnt wird.

Von all dem kann es Ausnahmen geben. Diese, wie z.B: ein Visum für mehr als 30 Tage, sind vom persönlichen Verhandlungsgeschick abhängig.

Wie man ein Visum beantragt und wie die ganze Prozedur abläuft, ist auf dieser Seite sehr gut und ausführlich beschrieben: Touristenvisum für China (Stand Juli 2015). Anmerkung 2018: Eigentlich stimmt das, was dort steht, immer noch, nur die Preise sind heute höher.

Tibet: Eine Reise nach Tibet ist nur mit einer Zusatzerlaubnis, dem Tibet-Permit, möglich. Dies bekommt man, wenn die Reise von einem dazu lizensierten Reisebüro organisiert wird. In Tibet ist das individuelle Reisen westlichen Touristen nicht erlaubt. (Oktober 2018)

Xinjiang: Wegen der immer wieder aufflackernden Unruhen in diesem muslimisch geprägten Teil Chinas ist es schwierig, ein Visum zu bekommen, wenn man als Reisegebiet Xinjiang angibt. Man sollte sich von einer Visa-Agentur oder einem China-Reiseveranstalter helfen lassen. (Oktober 2018)

Journalisten erhalten nur über offizielle Pressestellen ein Jounalistenvisum. Sollten sie ein Touristenvisum benötigen, wird dies von den Visabehörden genau geprüft. Meistens wird eine eidesstattliche Erklärung verlangt, dass man in China nicht als Journalist tätig wird.

Auch für Angehörige anderer Berufe kann es manchmal zu weiteren Prüfungen kommen. Soldaten benötigen z.B. eine Genehmigung ihres Vorgesetzten. Personen mit geistlichen Berufen sollten sich vorher bei einer Visa-Agentur erkundigen, welche eventuellen besonderen Unterlagen benötigt werden.

Übrigens: Das China Visum soll offiziell nur noch im Heimatland des Antragstellers beantragt werden können. Manchmal hört man von Reisenden, die ihr Visum in Ulan Bator oder in Hongkong erhalten haben. Dafür gibt es keine Garantie. Außerdem ist das dann mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden. Was kann man tun? Es gibt die Möglichkeit, mittels eines zweiten Passes das Visum zu beantragen, der einem dann von einer Vertrauensperson nachgeschickt wird. Staatsangehörige von Schengenstaaten können ihr Visum auch in Deutschland beantragen, sofern sie hier gemeldet sind und eine gültige Aufenthaltsgenehmigung haben. Möglicherweise werden auch noch weitere Unterlagen vom Konsulat angefordert.

Für Taiwan, Hongkong und Macao benötigst Du kein Visum

Die 72- bzw. 144-Stunden Regelung

Für einige Großstädte mit internationalen Flughäfen gibt es eine Transitregelung, die es ermöglicht, sich bis zu 72 bzw. 144 Stunden visafrei in der Stadt und der nächsten Umgebung aufzuhalten.

Voraussetzung ist, dass Du einen Nachweis hast, dass Du innerhalb der maximalen Aufenthaltsdauer in ein drittes (!) Land weiterreist. Das kann ein Flugticket oder auch ein Kreuzfahrtticket sein. Zum Beispiel kann man mit dem Schiff in Shanghai ankommen und dann nach 6 Tagen weiter nach Deutschland fliegen. Man darf die Städte bzw. Gebiete, in die man mit einem solchen Transitvisum eingereist ist, nicht verlassen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, den Aufenthalt in Shanghai mit einem Ausflug nach Peking zu verbinden. Auch geht es (noch) nicht, mit der Transsib von Peking weiterzureisen, weil man das Gebiet von Peking nicht verlassen darf.

72-Stunden 
Chongqing, Guilin, Guangzhou, Xi’an, Changsha und Harbin

144-Stunden
Peking und Umgebung. Dazu gehört auch Tianjin

Shanghai und Umgebung
Man kann z.B. auch Hangzhou oder Suzhou in der Zeit besuchen

Provinz Liaoning: Einreise über Dalian oder Shenyang

Ab 01.01.2019 gilt die 144-Stunden Regelung auch für folgende Städte:
Qingdao, Xiamen, Wuhan, Chengdu und Kunming

In folgenden Städten kann man sowohl per Schiff als auch Flugzeug ein- bzw. ausreisen: Peking/Tianjing, Shanghai, Qingdao, Xiamen

Mehr auf der Seite der Chinesischen Botschaft

Die Liste der beteiligten Städte wird ständig länger. Aktualisiert am 09.01.19

Als Drittland gelten übrigens auch Taiwan, Hongkong und Macao. Es ist also folgende visafreie Reiseroute denkbar: Einreise nach Shanghai – 6 Tage Shanghai und Hangzhou – Weiterflug nach Hongkong – Hongkong – Flug nach Peking – 6 Tage Peking – Ausreise nach z.B. Deutschland

Wichtig: Schon beim Einchecken musst Du die Airline informieren, dass Du das Transitvisum planst. Für die visafreie Einreise gibt es an den Flughäfen in China besondere Einreiseschalter. Ihr solltet die ausgefüllte Einreise- und Ausreisekarte bereithalten. Und natürlich den Reisepass. Macht Euch darauf gefasst, dass die Einreise länger als an den “normalen” Pass-Schaltern dauert.

Preise für das China Visum:

Das Touristenvisum (einmalige Einreise, 30 Tage Aufenthalt, bis zu mehrmalige Einreise, 1 Jahr*) kostet für deutsche Staatsangehörige zur Zeit (Dezember 2018) beim Visa-Service-Center € 125,45 pro Visum. *pro Einreise in der Regel 30 Tage Aufenthalt

Andere Visa:

Für die Beantragung von Visa für eine Geschäftsreise oder einen Verwandtenbesuch gelten andere Regelungen. Auch Staatsangehörige anderer Länder sollten sich nach den für sie spezifisch geltenden Regeln erkundigen.

Hinweis: Alle Angaben gelten nur für deutsche Staatsangehörige und die Beantragung des China-Visums in Deutschland

Wie aufregend die Visabesorgung sein kann, könnt Ihr hier nachlesen: Chengdu 2016

12 Kommentare

  • “In Tibet ist das individuelle Reisen westlichen Touristen nicht erlaubt. (Oktober 2018)”
    Ist das Neu? 2001 bin ich mit einem China Visum und ein in Nepal besorgtes Permit für Tibet mit einer Gruppe nach Lahsa gereist. Ab Lahsa habe ich dann 3 Wochen lang mein eigenes Ding gemacht, mir meine Unterkünfte gesucht und bin alleine im Land gereist. Ein kurzfristig in Lahsa gebuchter Flug nach Chengdu in China beendete mein Tibet Aufenthalt. Meinst du, das ist heute nicht mehr möglich?

    • Hallo Kerstin, schon, von dir zu hören. 2001 ist 18 Jahre her. Da hat sich viel getan. Tibet geht gar nicht mehr auf eigene Faust. Spontan den Flug von Lhasa nach China buchen ist nicht ratsam. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch in China hat sich einiges getan. Willst Du nach China reisen? Wir können gerne mal telefonieren
      LG
      Urike

  • Mit Taiwan wäre es halt komplett (so dachte ich). Denn Hong Kong, Macau und Taiwan sind nunmal die drei chinesischen Teile in denen ein Deutscher kein Visum braucht. 🙂

  • Tolle und umfängliche Zusammenfassung Ulrike. Danke dafür.

    Damit weiß ich nun auch, dass es (bisher) noch nicht ohne Visum geht nach Peking zu Fliegen und die Transsib zurück zu nehmen. Wäre praktisch. 🙂

    Zwei kleine Ergänzungen noch:
    1) Du hast Taiwan vergessen. Für Taiwan brauchen wir Deutsche auch kein Visum und es kann auch als Drittland für die 72/144-Stunden Visageschichte genutzt werden.
    2) In Tibet gibt es mehrere Visas/Permits. Für die Einreise brauchst du die TTP (Tibet Travel Permit), wie von Dir oben beschrieben.
    Wenn man weiter Richtung Everest Base Camp oder Mount Kailash will, braucht man zusätzlich die ATP (Alien Travel Permit), die aber kurzfristig in Lhasa durch den Guide besorgt werden kann.

    • Danke für deinen Kommentar!
      Taiwan hab ich nicht wirklich vergessen… wenn ich über alle Möglichkeiten schreiben würde, wäre es ein Buch geworden!
      Zu Tibet: Da man für Tibet ein Permit benötigt und dafür den Aufenthalt für Tibet komplett vorplanen muss, besorgt das buchende Reisebüro in China auch alle anderen nötigen Genehmigungen.
      Nein, von Peking mit der Transsib ausreisen, geht (noch) nicht. Ich habe gehört, dass man daran arbeitet. aber ich glaube nicht, dass das 2019 noch was wird. Sobald es geht, werde ich das entsprechend in den Artikel einbinden.
      Beste Grüße
      Ulrike

  • Ich werde wahrscheinlich im Frühjahr arbeitstechnisch für eine Woche nach Shanghai müssen. Meine japanischen Kollegen können komplett ohne Visum rein, aber als Deutsche wird das wohl etwas anstrengender…

    • Toll! Wenn es reicht könntest du die 144 Stunden-Regelung nutzen. Falls Du in Zukunft öfters nach China musst, gibt es auch Geschäftsvisa, die mehrere Jahre gelten und für mehrfache Einreise.
      Viel Erfolg!
      LG
      Ulrike

  • Gert Bornschlegl

    Irgendwie haben die Chinesen sich die deutsche Bürokratie angesehen und diese noch verfeinert.

    Es ist zwar wirklich extrem lange her, das ich in China war. Schon damals war das Visum ein Problem. Entweder 160 DM für die Profis oder immer wieder auf der Botschaft anrufen.

    Am Ende habe ich die Kosten für mein Visum (19 DM) zwei mal bezahlt und das Visum kam 2 Wochen vor dem Abflug. Die Telefonkosten nicht mitgerechnet.
    Aber wenn ich mir das jetzt ansehe war es damals noch ein kostengünstiges Kinderspiel.
    Damals war sogar freies Reisen in den Tibet möglich, zumindest ausgerechnet in der Zeit, wo ich dort war (August/September 1987). Aber Drei Wochen nach meinem Tibet-Besuch sind die nächsten Aufstände ausgebrochen.

    • Ja, da hat sich in 30 Jahren einiges geändert! Als ich im Oktober 1987 in China war, kam man gar nicht nach Tibet rein.
      Da es jetzt immer mehr Möglichkeiten für einen visafreien Transitaufenthalt gibt, hoffe ich, dass man vielleicht irgendwann ganz auf Visa verzichtet.
      Hast Du über Deine China-Reisen damals berichtet – im Internet?
      LG
      Ulrike

  • Nemorino

    Als Amerikaner mit Wohnsitz in Deutschland hätte ich wohl Schwierigkeiten, ein Visum für China zu bekommen, zumal ich mein Heimatland seit fast dreißig Jahren nicht mehr betreten habe. (Da ich weder China noch Amerika in nächster Zeit besuchen will, ist dies aber nur theoretisch ein Problem.)

    • Das kann sein. Habe leider überhaupt keine Erfahrung damit. Aber warum willst Du nicht nach China? Die Peking-Oper wäre doch eine neue interessante Erfahrung!
      LG
      Ulrike

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